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Die Macht der Inszenierung

geschrieben in die 100 Tage in Kassel von Verlaufsbericht Dienstag Juli 10, 2007

Im Zusammenhang mit dem Rundgang der Kunsthochschule Kassel ist ein Erlebnis noch erwähnenswert. Einleitend darf auf das linke Foto verwiesen werden. Den Aufsteller schmückt der Text “Bratwurst and more”. Im Hintergrund sieht man die Reste der Arbeit “Template” von Ai Weiwei, die durch eine Windböe zusammenbrach.

Noack und Buergel schreiben in einem Pressetext zur documenta12 im Juni 2007:

“Die Erfahrung von Kunst ist stets die Erfahrung eines Lebenszusammenhangs. Wollen wir dieses Verhältnis neu bestimmen, so brauchen wir ein Mittel, das uns unserem unmittelbaren Lebenszusammenhang entrückt. Die ästhetische Erfahrung, die dort beginnt, wo Bedeutung im herkömmlichen Sinne endet, kann ein solches Mittel sein.”

Auf der rechten Seite sieht man den Wachsblock in Gesellschaft der in Amsterdam lebenden Künstlerin Niki Fröhling. Der Wachsblock wurde kurzfristig in das Konzeptkunstwerk “l`affaire privée” eingebunden. Zwei Studentinnen, Hanna Krueger und Julia Scheichen-Ost, haben einen Dönerladen in ein Professorenbüro geholt und inszenierten so eine Unterwanderung. Kleine, künstlerische, private Arbeiten, die sich erst auf den zweiten Blick zeigen, besetzen den Laden “parasitär”. Der Raum wird nach ihrer Aussage mehrschichtig und mehrdeutig.

Die Studentinnen stellen u.a. folgende Fragen:

Wie verselbständigt sich der Raum in der Benutzung?
Was bleibt Imbiss und was wird Ausstellung?
Welche Rolle spiele ich als Imbissbesucher?

Der Wachsblock wurde von einigen Imbissbesuchern als Gebrauchsobjekt wahrgenommen, als billige Plastik-Ablage für Getränke und Speisen, die ihre Zeit schon hinter sich hat. Der Block schien einfach nur lästig und unsympathisch. Ganz anders fiel die Reaktion einer Gruppe mit Habilitierten und Promovierten aus, die den Block eine Stunde früher auf dem Friedrichsplatz, dem ‘Vertikalen Erdkilometer’ koordiniert, präsentiert bekamen (s.u.). Diese Gruppe widmete sich konzentriert dem Gespräch mit Christian Hardt und einzelne Mitglieder näherten sich dem Block langsam und bedächtig.

Hier soll nun keine Bewertung des Geschehens erfolgen, die Erwähnung soll einfach für sich stehen.  

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