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Die Internet-Seiten zum Wachsblock

geschrieben in was hier hin gehört von g.stemme und c.hardt Donnerstag Mai 10, 2007

Das Projekt “Der Wachsblock” ist im Jahre 2007 zur documenta12 entstanden.
Kassel, 16. Juni 2007 (Foto: Jan Karl Lamboy)

Auf dieser Website sind in der Navigationsleiste die Gedanken, die uns motiviert haben, dokumentiert.

Im fortlaufenden und über den Kalender durchblätterbaren Blog kann man die Chronologie der Ereignisse nachverfolgen.

Aktuelle Bezüge zu unseren Intentionen und Hinweise zu unseren Aktionen werden weiterhin in loser Folge im Blog unten vermerkt.

->> der Wachsblock-documenta-Folder zum ausdrucken <<-

Welche Positionen wird die Hambacher Liste vertreten?

geschrieben in aktuell von g.stemme Montag Mai 28, 2007

Aus aktuellem Anlass darf ich heute auf die politische Positionierung der Hambacher Liste eingehen.

Diverse Diskussionen mit Menschen verschieder Altersklassen haben aufscheinen lassen, dass hinsichtlich dieser Frage ein starker Erklärungsbedarf besteht. Die offene Gestaltung unseres Ansatzes läßt Unsicherheiten aufkommen, denen wir im Folgenden ansatzweise begegnen wollen. 

Einleitend möchte ich eine Episode aus dem parteilichen Tagesgeschehen präsentieren. Die Wahl dieser Episode geschah zufällig und ist lediglich durch ihre Aktualität motiviert.

In der Zeitschrift “Stern” Nr.21/2007 vom 16.05.2007 findet sich eine Forsa-Umfrage, die vom 8. bis 11. Mai 2007 unter 1003 befragten SPD-Mitgliedern durchgeführt wurde. Die Fehlertoleranz wird mit +/- 3 Prozentpunkten angegeben.

Eine der Fragen lautet: Steuern senken? Die SPD sollte der Unternehmensteuerreform zustimmen

62% antworteten mit “nein”, 33% antworteten mit “ja”, 5% antworteten mit “weiß nicht”

In der Zeitung “die tageszeitung” (taz) vom 25. Mai 2007 erschien ein Interview, das Ulrike Herrmann mit Ortwin Runde führte. Ortwin Runde ist 63 Jahre alt, SPD-Bundestagsabgeordneter und Mitglied des Finanzausschusses. Von 1997 bis 2001 war er Bürgermeister von Hamburg. Runde läßt sich zur parlamentarischen Linken der SPD zählen.

Titel des Beitrags:

“Die Steuerreform ist keine Gewissensfrage”
Letztlich zählt die Parteidisziplin, meint der SPD-Linke Ortwin Runde …

In diesem Interview berichtet Runde, dass er in der Fraktion dagegen gestimmt habe, im Bundestag aber zustimmen werde, da im Koalitionsausschuss ein Kompromiss mit der Union ausgehandelt worden sei. Es geht um eine Staatsbelastung in Höhe von 5 Milliarden Euro jährlich, die hier verhandelt wird. Runde spricht davon, dass es sich “nur” um eine politische Sachfrage handele. Das Interview endet mit Rundes Feststellung, dass es eben ein Kompromiss war. “Wir Linken haben leider immer noch nicht die Mehrheit. Aber wir arbeiten dran.”

Zum Inhalte dieses “Kompromisses” sei noch angemerkt, dass auf der rechnerischen Gegenseite (Änderung der Bemessungsgrundlage bei der Gewerbesteuer) Mehreinnahmen in Höhe von 220 Millionen Euro zu verzeichnen sind, also weniger als ein Zwanzigstel.

Für das Selbstverständnis der Hambacher Liste ist diese Position unverständlich. Ganz abgesehen davon, dass Runde sich zum Kreis der parlamentarischen Linken der SPD zählen läßt, sollte ihm auch bekannt sein, dass mehr als 60% der Parteimitglieder seine Position teilen. Welche Umstände sorgen dafür, dass sich ein gestandener Politiker, wider die eigene Überzeugung, einem Zwang beugt, der das nicht unwesentliche Volumen von 5 Milliarden Euro jährlich betrifft? Wie will er an einer Mehrheit arbeiten, wenn er nicht zu seiner Überzeugung steht?

Wie gesagt, dieses Beispiel ist nur eines von vielen, gewählt habe ich es zufällig, wegen seiner Aktualität.

Die Hambacher Liste fordert keinen “Fraktionszwang”!
Die Listenmitglieder werden sich nur hinsichtlich ihrer grundsätzlichen Einstellung verantworten:

- verfassungskonform
- neutral
- Transposition statt Opposition (also nicht Gegen-,  sondern Mitbewegung)
- politischer Kultur verpflichtet
- Bindeglied zwischen inner- und ausserparlamentarischem Geschehen
- Förderer und Ausrichter politischer Bildungsarbeit an Schulen
- experimentelle Struktur, die sich fliessend entwickelt

Die Hambacher Liste steht nicht explicit für Positionen, sondern fühlt sich einem Prozess verantwortlich. Das “Auf die Fahne Schreiben” von Sozialer Gerechtigkeit, Wohlstand, Arbeit, Gesundheit, Bildung, Sicherheit, Umweltschutz, Mobilität etc. für alle ist uns zu kurz gegriffen, zu einfach. Positionen ergeben sich aus Situationen und werden durch ggf. differierende Ansätze bewegt und befruchtet. Gerade diese gedankliche Bewegung und die offene Verarbeitung gesammelter Erfahrung ermöglichen einen Fortschritt für das Gemeinwohl im Rahmen der parlamentarischen Arbeit.

Das heißt, dass für den Wähler das Wagnis besteht, dass der ein oder andere Repräsentant in einer sachpolitischen Frage eine Position beziehen kann, die sich nicht mit der sachpolitischen Ansicht des Wählers deckt.

Das heißt aber eben auch, dass die politische Arbeit als Ganzes durch die tatsächliche Übernahme persönlicher Verantwortung gekennzeichnet ist. An ihren Taten werden sie - die einzelnen Abgeordneten - sich messen lassen müssen und dem Wähler Rechenschaft zollen.

Ohne dieses Wagnis, diesen experimentellen Weg, wird es keine inspirierte Beseelung der gegenwärtigen Situation geben. Mit dem französischen Soziologen Jean Baudrillard gesprochen, stellen wir fest, dass die Attribute vermeintlicher Sicherheit und Verbindlichkeit das Scheitern verunmöglichen, da unter diesen Gegebenheiten das Versagen schon vorliegt.

Der Guß des Wachsblocks ist gelungen!

geschrieben in aktuell von c.hardt Freitag Mai 25, 2007

Nachdem gestern der Block aus der Wärmeisolierung entlassen worden ist, konnte eine Temparatur von circa 37°C gemessen werden. Es hatte, wie erwartet, einen Trichter durch den Schwund beim Erkalten in der Oberfläche gegeben. Herr Schultze hat sofort den Vorschlag realisiert, diesen Trichter mit weiterem verflüssigten Wachs zu ergänzen. Heute war der Block auf ungefähr 27°C abgekühlt und faßt sich schon deutlich fester und nicht mehr mit Daumendruck plastizierbar an. Dennoch haben wir uns noch etwas Geduld abverlangt, bis wir daran gehen wollen, die sechs Oberflächen des Würfels nachzubearbeiten. Inzwischen werden die Gedanken geschmiedet, wie die Mobilität des Wachsblocks auf der documenta12 in Kassel bestmöglich erreicht werden kann. Dazu bald mehr an dieser Stelle.

Der Würfel wartet auf das Licht

geschrieben in aktuell von c.hardt Dienstag Mai 22, 2007

Wir haben letzten Sonntag wie angekündet den Bienenwachswürfel mit Herrn Heinz E. Schultze in Hitzacker gegossen.

Alles hat wunderbar reibungslos funktioniert - kleinere unerwartete Abweichungen von der Planung konnten hingenommen werden. Jetzt gilt es, geduldig abzuwarten bis der derzeit abkühlende Block aus seiner Schalung genommen werden kann. Alle Beteiligten sind in gespannter/entspannter Erwartung. Der kommende Donnerstag wird wohl den Moment der Enthüllung bringen.

Auf dem Foto sieht man zwei große “Wasserbäder”: Töpfe mit je ca. 150 Litern Volumen, in denen Tonnen mit je 50 kg Bienenwachs schwimmen.

Nachdem sich das Bienenwachs nach ungefähr drei Stunden komplett verflüssigte und im Wasserbad 70° Celsius erreicht hat, wurden die Tonnen in nebenstehende Form geleert. Der Würfel, hier recht unscheinbar wirkend, hat eine Kantenlänge von 47 cm und wird nun einige Tage mit geschlossenem Deckel und gut wärmeisoliert langsam abkühlen.

Neues vom Guß des Bienenwachswürfels

geschrieben in aktuell von c.hardt Dienstag Mai 15, 2007

Einiges Experimentieren mit dem Material und der Gußform, Trennmitteln und Auskühlverhalten hat viel Freude bereitet. Wachs ist ein wunderbares Material. Auch Schellack als Trennmittel konnte große Begeisterung über seine Eigenschaften auslösen. Doch noch besser in der Handhabung scheint Silikon als Trennmittel zu sein. Erfahrene Wachsfachleute warnen vor Schwierigkeiten mit der Rißbildung beim Abkühlen; wir werden diesem Sachverhalt begegnen, indem wir ins Zentrum des Gußkörpers einen bereits abgekühlen Wachswürfel mit ca. 1/7 des Gewichts platzieren werden. Am Sonntag den 20. Mai werden wir in Hitzacker bei Herrn Schultze den Wachsguß des Würfel bewerkstelligen. Man rechnet mit cirka einer Woche Auskühlungszeit.

Wie werden die Förderer des Wachsblocks in Kontakt stehen?

geschrieben in aktuell von g.stemme Montag Mai 14, 2007

Der Wachsblock kennt weder hierarchischen Strukturen, noch Dychotomien.

Was heißt das?
Das Ordnungssystem der Pyramide hat für unsere Belange ausgedient. Diese starre Hierarchie wird den Belangen des Wachsblocks nicht gerecht. Wir setzen auf dynamische, fließende Hierarchien, die nicht im Wettbewerb stehen, sondern sich wechselseitig fördern und ergänzen.
Die Teilung eines Sachverhalts in “ja” und “nein” oder “links” und “rechts” ist für den Wachsblock ebenfalls überwunden, da in den Teilungen nicht der Ausschluß, sondern die wechselseitige Bedingtheit und Ergänzung zu suchen ist.

Die zu giessenden Wachsbarren bilden die geografischen Anknüpfungspunkte, spannen das Feld grundsätzlich auf. Alles Weitere ergibt sich und entwickelt sich. Die Organisationsstruktur des Wachsblocks entspricht dem Rhizom.

Das Rhizom
Das Rhizom ist ein verflochtenes System mit vielen Wurzeln und Quellen. Es erschöpft sich nicht in “entweder/oder” Strukturen. Es kann an beliebigen Stellen Brüche erfahren, dies verhindert aber nicht seine fortschreitende Entwicklung, sondern gehört zu seiner Natur.

Das Rhizom steht auch für die Lösung aus konkret beschriebenen Machtverhältnissen: Die Perspektiven und Positionen können frei verschränkt werden, was die Grundlage für die konkreative Beteiligung am Projekt ermöglicht.

Weitere Darstellungen finden sich >>hier.

Wie wird sich die Hambacher Liste zusammensetzen?

geschrieben in aktuell von g.stemme Freitag Mai 11, 2007

Diese zentrale Frage ist momentan ein “Dreh- und Angelpunkt” der Diskussion. Ausgehend von der grundsätzlichen Einstellung

- verfassungskonform
- neutral
- Transposition statt Opposition (also nicht Gegen- sondern Mitbewegung)
- politischer Kultur verpflichtet
- Bindeglied zwischen inner- und ausserparlamentarischem Geschehen
- Förderer und Ausrichter politischer Bildungsarbeit an Schulen
- experimentelle Struktur, die sich fliessend entwickelt

zu sein, bildet sich diese Position auch in der Zusammensetzung der Liste ab. Die Mitglieder der Liste werden in allen Regionen Deutschlands zu suchen sein. Ein wesentlicher Anspruch an die Bewerber um Listenplätze wird im Bekennen zu den Absichten der Liste bestehen. Die eigene sachpolitische Ausrichtung wird hierbei - sofern verfassungskonform - keine Rolle spielen. In diesem Sinne überparteilich, versammeln sich also Positionen, die beispielsweise sozialdemokratisch, liberal, christlich-sozial oder grün geprägt sein können. Wesentlich ist der Anspruch, einladend zu sein, dem ausserparlamentarischen Geschehen Ansprechpartner zu sein, das offene Gespräch mit allen Parlamentariern zu suchen und politische Bildungsarbeit zu unterstützen. Dies bedeutet natürlich viel Arbeit und Engagement. Die Aufgabe ist also nur für Menschen interessant, die sich bereit zeigen, ihre Kraft in den Dienst des Gemeinwohls zu stellen, sich als Teamspieler zu sehen. Menschen, die die Liste als Grundlage zur Selbstdarstellung nutzen wollen, sind - offen gesprochen - unerwünscht, da kontraproduktiv. Vielmehr wollen wir die “Schätze unserer Gesellschaft”, wie sie - bei genauer Suche - überall im Land zu finden sind, ansprechen und zur Mitgestaltung bewegen. Das Los soll entscheiden, welche Position die Bewerber auf der Liste einnehmen werden.

Diese, vom Idealismus geprägte, Ansicht wird sich dem vorzufindenden Realismus stellen müssen. Sicher werden sich Modifikationen und neue Perspektiven ergeben, da wir ja auf die Kraft der Prozesse setzen. Die Grundsätze werden die Rolle von Spielregeln einnehmen, sodass die Änderungen dazu dienen, die Zusammensetzung und die Aufgabe der Liste in diesem Sinne auszudifferenzieren.

So, und nur so, wird es gelingen, Menschen, die ihre Unzufriedenheit konstruktiv artikulieren wollen, eine Möglichkeit zur Stimmabgabe zu bieten und zur konkreativen Beteiligung einzuladen. Der eigentliche Reiz der Aufgabe besteht ja gerade darin, den etablierten Parteien einen internen Bildungsprozess abzufordern. Die Hambacher Liste wird dann erfolgreich gewesen sein, wenn sie in ihrer Funktion nicht mehr benötigt wird und die politische Bühne verläßt.

Wie die Förderer des Wachsblocks in Kontakt stehen, finden Sie >>hier

erster Zwischenbericht

geschrieben in aktuell von g.stemme und c.hardt Mittwoch Mai 9, 2007

So langsam gelangt das Projekt ins angedachte Fahrwasser. Nachdem gestern auch noch der Server gewechselt wurde, sind die Seiten nun ohne Verzögerung abrufbar. Die Seitenaufrufe nehmen kontinuierlich zu, was unsere Erwartungen erfüllt. Jetzt wird es darum gehen, weitere Inhalte bereitzustellen und angetragene Fragen hier öffentlich zu beantworten.

Grundsätzlich sei an dieser Stelle erneut erwähnt, dass unser Projekt neutral ist. Das heißt, dass wir alle verfassungskonformen Kräfte und Gruppen zur Mitgestaltung einladen. Wir wollen, auf temporärer, direkter Solidarität basierend, einen Korridor bilden, der es uns gemeinsam ermöglicht, eine politische Kraft neuer Struktur in den Bundestag zu tragen. Die Früchte dieser Arbeit können dann natürlich individuell geerntet werden. So kann verhindert werden, dass differierende Befindlichkeiten das gemeinsame Wirken verunmöglichen.

Die Konzentration auf Kommunikation und Multiplikation wird nun, vor der documenta12, unser Anliegen sein. Wir sprechen Einladungen aus und sammeln Reaktionen.

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